Der Beruf des Malers und Lackierers

Wenn man vom „Maler“ spricht, denken die meisten an jemanden, der Wände streicht. Tatsächlich ist der Beruf aber viel vielfältiger, als viele vermuten. Das Maler- und Lackiererhandwerk gliedert sich in vier eigenständige Fachrichtungen – jede mit ihrem eigenen Schwerpunkt, ihrer eigenen Tradition und ihren ganz eigenen Techniken.
Die vier Fachrichtungen im Überblick
Der klassische Maler und Lackierer – auch Bautenmaler genannt – ist der Fachmann für alles rund ums Gebäude: Innen- und Außenanstriche, Tapezierarbeiten, Lackierungen von Fenstern und Türen, Wärmedämmung und gestalterische Wandtechniken. Das ist das Berufsbild, das den meisten vor Augen steht.
Deutlich spezieller arbeitet der Vergolder-, Fass- und Kirchmaler. Die Bezeichnung „Fassmaler“ kommt übrigens vom „Einfassen“ – also dem Verzieren und Rahmen. Diese Fachrichtung beschäftigt sich mit Kirchen, Denkmälern und historischen Gebäuden, oft mit Blattgold, feinen Ornamenten und jahrhundertealten Techniken.
Der Schriftenmaler und Schaugewerbegestalter ist der Künstler unter den Malern. Er gestaltet Schriftzüge, Werbetafeln, Fahrzeugbeschriftungen und Schaufenster – alles, was ins Auge fallen soll. Und schließlich gibt es noch den Fahrzeuglackierer, der für perfekte Lackierungen an Autos, Lkw und anderen Fahrzeugen sorgt.
Ausbildung und Weiterbildung
Alle vier Berufe sind klassische Lehrberufe mit einer in der Regel dreijährigen Ausbildung, die mit der Gesellenprüfung abschließt. Wer mehr will, kann danach die Meisterprüfung oder die Technikerprüfung ablegen. Mit Zusatzausbildungen öffnen sich weitere Wege:
- Betriebswirt des Handwerks
- Restaurator
- Studium an der Fachhochschule (mit Meisterbrief direkt zugänglich)
Mehr als nur ein Handwerk
Maler zu sein bedeutet, mit den eigenen Händen zu arbeiten und gleichzeitig einen guten Blick für Farben, Formen und Materialien zu haben. Es ist ein Beruf, der handwerkliches Können mit gestalterischem Gefühl verbindet – und in dem jedes Projekt anders aussieht. Genau das macht diesen Beruf nach über 35 Jahren für mich immer noch spannend.




